Geschlossene Metallfront
Edelstahl- oder Aluminiumfronten können ohne mechanische Durchbrüche ausgeführt werden.
Metal Touch verbindet eine hochwertige Metalloberfläche mit einer kraftbasierten Eingabetechnologie, die vollständig hinter der Front verborgen liegt.
Dadurch entstehen geschlossene Bedienoberflächen aus Edelstahl oder Aluminium, die sich auch mit Handschuhen sowie bei Feuchtigkeit und Schmutz zuverlässig bedienen lassen.

GRUNDLAGEN
Im Kontext von Algra bezeichnet Metal Touch eine Bedienlösung, bei der die kraftbasierte Agnostic-Touch-Sensorik hinter einer metallischen Bedienoberfläche sitzt. Die Front selbst kann aus Edelstahl oder Aluminium bestehen und bleibt vollständig geschlossen. Mechanische Taster, sichtbare Sensorelemente oder Durchbrüche in der Bedienfläche sind nicht erforderlich.
Agnostic Touch erkennt die minimale elastische Verformung der Front, die beim Drücken entsteht. Die Bedienoberfläche selbst wird damit zum Eingabeelement. Das ermöglicht HMI-Konzepte, bei denen hochwertige Metalloberflächen, robuste Konstruktion und zuverlässige Bedienung miteinander verbunden werden.
Besonders interessant ist Metal Touch überall dort, wo mehrere Anforderungen gleichzeitig auftreten: Handschuhbedienung, Feuchtigkeit oder Schmutz, hohe Robustheit, eine geschlossene Oberfläche und ein hochwertiges Produktdesign.
SENSORPRINZIP
Metall ist für viele klassische Touch-Technologien konstruktiv anspruchsvoll. Agnostic Touch arbeitet nicht kapazitiv, sondern kraftbasiert. Die Sensorik misst die mechanische Krafteinwirkung beziehungsweise die minimale Verformung der Bedienfront.
Edelstahl- oder Aluminiumfronten können ohne mechanische Durchbrüche ausgeführt werden.
Die Eingabe kann mit Finger, Handschuh oder anderen geeigneten Betätigungsmitteln erfolgen.
Zuverlässige Eingaben sind auch bei Feuchtigkeit, Verschmutzung oder anspruchsvollen Umgebungsbedingungen möglich.
Material, Oberfläche, Beschriftung und Gestaltung lassen sich individuell auf das Produkt abstimmen.
Geeignet für Industrie, Medizintechnik, öffentliche Systeme, Sanitär und Food Processing.
Die Sensorik befindet sich vollständig hinter der Metalloberfläche und tritt optisch nicht in Erscheinung.
Die Kombination aus Metallfront und kraftbasierter Sensorik ist damit nicht nur ein technisches Konzept. Sie kann auch zum zentralen Designmerkmal eines Produkts werden.
TECHNISCHER AUFBAU
Beim Betätigen einer Taste verformt sich die Metallfront nur minimal. In den Algra-Unterlagen wird eine Verformung im Bereich weniger Mikrometer beschrieben. Diese minimale Biegung wird durch einen DMS-basierten Kraftsensor – den Agnostic Sensor – auf der Leiterplatte erkannt.
Edelstahl oder Aluminium
Beispielsweise VHB-Kleber
Leiterplatte mit Agnostic-Touch-Sensorik
Elektronik und Algorithmus
Anbindung an die Gerätelektronik
Die Sensoreinheit wird von hinten auf die Bedienfront aufgebracht. Dadurch bleibt die Vorderseite frei von mechanischen Tastern, Schaltern oder zusätzlichen Sensorelementen.
Bei mehreren Tasten können mehrere Sensoren zu einem Sensornetzwerk zusammengefasst werden. Die Auswertung erkennt die charakteristische Verformung einer Betätigung und kann so definierte Tasteneingaben von unerwünschten Belastungen unterscheiden.
MATERIALWAHL
Für Agnostic Touch eignen sich insbesondere Metallfronten, die bei einer Betätigung eine minimale elastische Verformung zulassen. In den Algra-Unterlagen werden vor allem Edelstahl und Aluminium als typische Werkstoffe genannt.
EDELSTAHL
Edelstahl bietet eine sehr robuste, widerstandsfähige und hochwertige Oberfläche. Er ist besonders interessant, wenn Hygiene, Reinigung, Korrosionsbeständigkeit oder Vandalismusresistenz eine wichtige Rolle spielen.
Typische Einsatzfelder:
ALUMINIUM
Aluminium ist leichter, gut bearbeitbar und bietet grosse gestalterische Freiheit. Besonders eloxierte Oberflächen ermöglichen hochwertige Farben und Strukturen – von Silber über Titan und Bronze bis zu Schwarz oder Anthrazit.
Typische Einsatzfelder:
VERGLEICH
Es gibt nicht das eine richtige Metall für jede Anwendung. Die Materialwahl sollte sich nach Hygiene, Design, Gewicht, mechanischer Beanspruchung, Reinigungsanforderungen und Kosten richten.
| Kriterium | Edelstahl | Eloxiertes Aluminium |
|---|---|---|
| Robustheit | Sehr robust und langlebig | Robust bei geringerem Gewicht |
| Hygiene & Reinigbarkeit | Besonders geeignet | Abhängig von Oberfläche und Anwendung |
| Gewicht | Höher | Geringer |
| Designfreiheit | Hochwertige technische Anmutung | Grosse Farb- und Oberflächenvielfalt |
| Typische Anwendungen | Food, Sanitär, öffentliche Systeme, stark beanspruchte Anwendungen | Maschinenbau, Gebäudeautomation, Labor, designorientierte Geräte |
Für Food Processing, Grossküchen, Sanitär, stark chemisch belastete Anwendungen oder robuste öffentliche Systeme ist Edelstahl häufig die naheliegende Wahl. Für Maschinenbau, Gebäudeautomation, Laborgeräte und designorientierte Geräte kann eloxiertes Aluminium zusätzliche Vorteile bieten.
INDUSTRIAL DESIGN
Keine sichtbaren Taster, keine Ausschnitte, keine hervorstehenden Bedienelemente. Die Bedienfunktion wird direkt in die Oberfläche integriert.
Metall vermittelt unmittelbar Wertigkeit, Präzision und Langlebigkeit.
Die Sensorik befindet sich hinter der Front. Dadurch tritt die Technik optisch in den Hintergrund.
Gebürsteter Edelstahl, schwarz eloxiertes Aluminium, matte oder glasperlengestrahlte Oberflächen ermöglichen unterschiedliche Marken- und Designwelten.
Status-LEDs, Lichtleiter oder hinterleuchtete Symbole können mit der Bedienfläche kombiniert werden.
Eine geschlossene Oberfläche ohne hervorstehende Taster und zusätzliche Fugen erleichtert die Reinigung.
OBERFLÄCHENGESTALTUNG
Die Beschriftung kann unabhängig von der Sensorik gestaltet werden, da die eigentliche Eingabeerkennung hinter der Metallfront stattfindet.
Lasergravuren sind langlebig, abriebfest und eignen sich besonders für technische und hochwertige Oberflächen. Auf eloxiertem Aluminium lassen sich sehr kontrastreiche Beschriftungen realisieren.
Eine Gravur kann zusätzlich farbig ausgelegt werden. Dadurch lassen sich Kontrast und Lesbarkeit erhöhen.
Bei Aluminium können Farben in die Eloxalschicht eingebracht werden. Das ermöglicht robuste, hochwertige und farbige Designs.
Für komplexe Icons, Farbverläufe, Varianten oder kleinere Losgrössen können auch digitale Druckverfahren eingesetzt werden.
Kleine präzise Öffnungen oder vorbereitete Bereiche können für Status-LEDs und hinterleuchtete Symbole genutzt werden. Dadurch lassen sich Hidden-HMI-Effekte realisieren.
TECHNOLOGIEVERGLEICH
Der Vorteil von Metal Touch liegt besonders dort, wo Metalloberfläche, Handschuhbedienung, Feuchtigkeit oder Schmutz, Robustheit und hochwertiges Design gleichzeitig gefordert werden.
| Technologie | Geschlossene Metallfront | Charakteristik |
|---|---|---|
| Metal Touch / Agnostic Touch | Ja | Kraftbasierte Sensorik hinter der Metallfront |
| Piezo Touch | Möglich | Robuste Alternative für geschlossene Metalloberflächen |
| Mechanische Taster | Nein | Benötigen Durchbrüche in der Front und zusätzliche Bauteile |
| PCAP | Nein | Kapazitive Eingabe direkt durch eine geschlossene Metallfront ist technisch nicht realisierbar. Für PCAP ist ein nichtmetallischer bzw. transparenter Bedienbereich erforderlich. |
| Folientastatur / resistive Systeme | Nein | Keine direkte Bedienung durch eine massive metallische Front |
METAL TOUCH IN DER PRAXIS
Beim SBB Bedienpanel entwickelte Algra ein massgeschneidertes Panel mit Agnostic-Touch-Technologie und einer durchgehenden Aluminiumoberfläche. Es kombiniert Robustheit, leichte Reinigung sowie optisches und haptisches Feedback.
SBB-Referenz ansehen →
ANWENDUNGSFELDER
Reinigung, Desinfektion, Handschuhbedienung und hochwertiges Gerätedesign können in einer geschlossenen Metalloberfläche zusammengeführt werden.
Robuste Metallfronten ermöglichen widerstandsfähige und geschlossene Bedienoberflächen für stark frequentierte Bereiche.
Feuchtigkeit, Reinigung und Design lassen sich ohne sichtbare mechanische Tasten miteinander verbinden.
Arbeitshandschuhe, Öl, Staub, Feuchtigkeit und eine hohe Lebensdauer gehören hier zu den typischen Anforderungen.
Reduzierte architektonische Metalloberflächen mit versteckten Bedienfunktionen für Raumsteuerungen, Zutrittssysteme, Aufzüge oder Smart-Home-Panels.
Edelstahl ist dort ohnehin etabliert. Metal Touch macht genau diese Edelstahloberfläche gleichzeitig zur Bedienoberfläche.
FOKUS FOOD PROCESSING
In Food-Processing-Anlagen und Gastroküchen werden Edelstahloberflächen bereits aus funktionalen Gründen eingesetzt. Sie sind glatt, widerstandsfähig, gut zu reinigen und vertragen viele typische Belastungen aus Feuchtigkeit, Reinigungszyklen und mechanischer Beanspruchung.
Mit Agnostic Touch kann die Bedienung direkt durch diese bestehende Metalloberfläche erfolgen. Daraus können sich konstruktive Vorteile ergeben:
Das macht Metal Touch besonders interessant für Kaffeemaschinen, Getränkeanlagen, Grossküchengeräte, Lebensmittelmaschinen und andere Anwendungen, bei denen Edelstahl ohnehin zum Produktkonzept gehört.
INTEGRATION
Ein wesentlicher Vorteil ist die vergleichsweise einfache Integration der Sensorik auf der Rückseite der Bedienfront. Die Agnostic-Module werden hinter der Metallfläche positioniert und aufgeklebt.
Metallfront → Klebeverbindung → Leiterplatte mit Kraftsensoren und Auswerteelektronik → Schnittstelle
Dadurch sind auf der Vorderseite keine zusätzlichen Sensorkomponenten erforderlich. Für die Serienauslegung werden unter anderem Frontmaterial, Materialstärke, Geometrie, Tastenposition, gewünschte Betätigungskraft, Elektronik und Schnittstellen gemeinsam betrachtet.
Je nach Projekt können zusätzliche Funktionen wie LED-Hinterleuchtung, Statusanzeigen, Haptik oder unterschiedliche Kommunikationsschnittstellen ergänzt werden.
TESTEN UND EVALUIEREN
Für Agnostic Touch existiert ein Demo-/Developer-Kit. Laut den vorliegenden Unterlagen umfasst es unter anderem ein Aluminium-Demoboard, Design-Studio-Software, mehrere 4-Key-Module, einen Kalibrierstift sowie Verbindungs- und Adapterkomponenten.
Damit können Entwickler und Produktteams das kraftbasierte Bedienprinzip auf einer Metalloberfläche praktisch testen und erste Konzepte bewerten. Ein separates Edelstahl-Demoboard ist in den vorliegenden Unterlagen nicht als Standardbestandteil dokumentiert.
Agnostic Touch & Developer Kit ansehen →TECHNOLOGIEWAHL
Metal Touch ist keine Universallösung für jedes HMI. Die Technologie eignet sich vor allem für klar definierte Bedienfunktionen direkt in einer Metalloberfläche. Sobald eine grafische Anzeige sichtbar sein soll, ist zwangsläufig ein transparentes Sichtfenster erforderlich – in diesem Bereich besteht die Front also nicht aus Metall. Ein PCAP-Touchscreen kann deshalb Teil desselben HMI-Gesamtsystems sein, arbeitet jedoch im transparenten Displaybereich und nicht durch die Metalloberfläche.
Auch Materialstärke, Frontgeometrie und gewünschte Betätigungskraft müssen zur kraftbasierten Sensorik passen. Deshalb sollte die technische Machbarkeit früh im Projekt geprüft werden.
Die Stärke von Metal Touch liegt besonders bei klar definierten Bedienfunktionen hinter hochwertigen Metalloberflächen – vor allem dann, wenn Robustheit, Reinigung, Handschuhbedienung oder Design wichtiger sind als eine smartphoneähnliche Touchinteraktion.
FAQ
Metal Touch bezeichnet bei Algra die Kombination aus einer metallischen Bedienoberfläche und der kraftbasierten Agnostic-Touch-Sensorik dahinter. Die Eingabe wird über die minimale Verformung der Metallfront erkannt.
Ja. Edelstahl ist ein typisches Frontmaterial für Agnostic Touch. Eine pauschale maximale Materialstärke lässt sich nicht sinnvoll angeben, da Algra heute mit drei unterschiedlichen Sensorvarianten arbeitet. Welche Materialstärke realisierbar ist, hängt unter anderem vom gewählten Sensor, dem Frontaufbau, der Geometrie und der gewünschten Betätigungskraft ab. Je nach Aufbau sind auch höhere Materialstärken möglich. Die passende Auslegung wird projektspezifisch geprüft.
Ja. Aluminium ist ein typisches Frontmaterial für Agnostic Touch. Eine pauschale maximale Materialstärke lässt sich nicht sinnvoll angeben, da Algra heute mit drei unterschiedlichen Sensorvarianten arbeitet. Welche Materialstärke realisierbar ist, hängt unter anderem vom gewählten Sensor, dem Frontaufbau, der Geometrie und der gewünschten Betätigungskraft ab. Je nach Aufbau sind auch höhere Materialstärken möglich. Eine Beratung und technische Prüfung klären, welche Auslegung für die konkrete Anwendung geeignet ist.
Da Agnostic Touch die mechanische Krafteinwirkung auf die Oberfläche auswertet und nicht auf einen kapazitiven Fingerkontakt angewiesen ist, kann die Bedienung auch mit Handschuhen realisiert werden. Die konkrete Auslegung hängt von Anwendung und gewünschter Betätigungskraft ab.
Die kraftbasierte Sensorik ist nicht auf einen kapazitiven Kontakt angewiesen. Dadurch können Bedienlösungen auch für feuchte oder verschmutzte Umgebungen ausgelegt werden. Dichtigkeit und Gesamtkonstruktion werden projektspezifisch betrachtet.
Das hängt von der Anwendung ab. Edelstahl ist häufig die erste Wahl für Hygiene, Food, Sanitär und stark beanspruchte Umgebungen. Eloxiertes Aluminium bietet Vorteile bei Gewicht, Bearbeitbarkeit und Designfreiheit.
Nicht zwingend. Bei Metal Touch kann die Sensorik vollständig hinter der Metallfront sitzen. Dadurch können definierte Tastenfunktionen ohne mechanische Taster in der Oberfläche realisiert werden.
IHR PROJEKT
Wenn Sie eine robuste, geschlossene und hochwertige Metalloberfläche planen und gleichzeitig zuverlässige Eingabefunktionen benötigen, kann Agnostic Touch eine interessante Alternative zu mechanischen Tastern oder klassischen Touchlösungen sein.
Algra entwickelt kundenspezifische HMI-Lösungen und stimmt Sensorik, Metallfront, Elektronik, Beschriftung, Beleuchtung und mechanische Integration auf die jeweilige Anwendung ab.
Lassen Sie uns prüfen, ob Metal Touch zu Ihrer Anwendung passt.
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