Moderne Eingabesysteme
Ein Überblick
Agnostic Touch Technologie
Industrielle Eingabesysteme sind das Bindeglied zwischen Mensch und Maschine. In der Fertigung, der Medizintechnik, im Aussenbereich oder in explosionsgefährdeten Umgebungen entscheidet die Wahl der richtigen Sensortechnologie über Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Betriebssicherheit. Dieser Überblick erklärt die gängigsten HMI-Technologien — von Schliesskontakten über kapazitive Sensoren bis zur neuen Agnostic Touch Technologie — und zeigt, welche Lösung für welche Anforderungen geeignet ist.
Verschiedene Arten von Drucksensoren für Eingabesysteme

Hinter jeder Taste steckt eine Art von Sensor. Er stellt fest, ob eine Taste gedrückt wird. Damit wird ein Verbraucher aktiviert oder die Information des Tastendrucks wird an ein Steuergerät weitergegeben. Der typische, einfache Schalter, beispielsweise ein Lichtschalter, schliesst oder unterbricht den Stromkreis. Licht an: Stromkreis geschlossen; Licht aus: Stromkreis unterbrochen. In diesem Fall ist der Verbraucher die Glühbirne, heute ein LED-Licht. Der Stromkreis wird durch eine mechanische Bewegung geschlossen oder unterbrochen. Die meisten Tasten basieren auf dem Prinzip: ON – OFF.
wie folgt umgesetzt:
Schliesskontakte
Resistive Sensoren
Piezoelektrische Sensoren
Kapazitive Sensoren
Agnostische Sensoren
Vergleich der gängigsten Eingabesysteme
Bedingungen |
Kapazitativer Sensor |
Resistiver Sensor |
Schliesskontakt (bei Membrantasten) |
NEU: Agnostiksensor |
Hygienisch desinfizierbar
|
möglich |
z.T möglich |
z. T. möglich |
möglich |
Drucksensitiv und kalibrierbar
|
z. T. möglich |
nicht möglich |
nicht möglich |
möglich |
Eingabe mit allen Hilfsmitteln (Stift, Handschuhe) |
nicht möglich |
möglich |
möglich |
möglich |
Alle Oberflächenmaterialien
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nicht möglich |
nicht möglich |
nicht möglich |
möglich |
Temperaturresistent
|
möglich |
möglich |
möglich |
möglich |
Wetter- und wasserfest & bedienbar
|
nicht möglich |
z. T. möglich |
z. T. möglich |
möglich |
Lebensdauer, robust
|
möglich |
nicht möglich |
nicht möglich |
möglich |
Kraftmessung
|
z. T. möglich |
nicht möglich |
nicht möglich |
möglich |
Die Vorteile
Computertastaturen, Kopierertasten, Tasten an unterschiedlichen Haushaltgeräten usw. haben in den meisten Fällen Kurzhubtaster oder Mikroschalter. Bei geschlossenen Folientastaturen werden Kontakte teilweise durch einen Metalldom, der durchgedrückt wird, geschlossen. Die meisten Taster haben solche „Schliesskontakte“.
Häufig gestellte Fragen
Ein kapazitiver Sensor funktioniert völlig anders: Es ist eine Art von Sensor, der die Veränderungen in der Kapazität eines elektrischen Kondensators nutzt, um Informationen über die Umgebung zu erfassen oder auf Berührung zu reagieren. Der kapazitive Sensor enthält eine Elektronik, die die Kapazitätsänderung erfasst und in ein elektrisches Signal umwandelt.
Damit eine Kapazitätsänderung durch die Annäherung oder die Berührung eines Fingers detektiert werden kann, ist Voraussetzung, dass die Eingabefront nichtleitend ist. Glas oder Kunststoff als Eingabefront erfüllt diese Bedingung. Sämtliche metallischen Oberflächen sind jedoch ungeeignet. Ist der tastenauslösende Finger elektrisch isoliert, beispielsweise durch das Tragen von Handschuhen, kann keine Kapazitätsänderung festgestellt werden – es wird kein Signal ausgelöst. Dies gilt auch bei der Bedienung des Geräts durch einen Stift oder einen Schlüssel. Wenn die kapazitive Bedienoberfläche nass oder schmutzig ist, wird die dadurch entstehende Kapazitätsänderung durch komplexe Algorithmen herausgefiltert. Dabei besteht die Schwierigkeit einen beabsichtigten Tastendruck von anderen Störungen zu unterscheiden. Wir realisieren das, wenn die beabsichtigte Funktion ausbleibt oder verzögert ausgelöst wird (beispielsweise beim Keramikherd). Je nach Luftfeuchtigkeit, dem Benutzen von Handcreme, Verschmutzungsgrad etc., ist die kapazitive Technologie anfällig, der Tastendruck wird nicht oder erst nach mehrfacher Bedienung erkannt.
Grundsätzlich kann ein kapazitiver Sensor auch als Drucksensor verwendet werden. Die Bedienfläche wird durch einen Tastendruck verschoben oder verformt, wodurch sich der Plattenabstand und damit die elektrisch messbare Kapazität ändern. Dies funktioniert auch bei metallischen Fronten. Eine prozesssichere Signalauswertung ist jedoch nicht einfach zu erreichen, da die Kapazität auch durch Wärme beeinflusst wird.
Dem Material der Bedienfläche sind keine Grenzen gesetzt. Einzig eine minimale mechanische Biegung an der Bedienoberfläche im Mikrometerbereich ist nötig. Bei einer 1mm dicken Edelstahl Front reicht eine Krafteinwirkung von wenigen 100 Gramm – ähnlich einem Touch auf dem Smartphone. Das ist kaum vorstellbar und sehr beeindruckend.
Neben metallischen Oberflächen wie Edelstahl oder Aluminium, sind auch Glas, Keramik oder eine Bedienfront aus Holz geeignet. Eine nicht spürbare mechanische Biegung reicht. Sie kann darüber hinaus durch einen Finger, aber auch durch einen Stift, Schlüssel oder ein Werkzeug erfolgen, egal ob nass, kalt oder verschmutzt.
Bei der Agnostik Touch Technologie werden die Signale sämtlicher Sensoren von der Eingabefront durch eine Software ausgewertet. Krafteinwirkungen irgendwo auf der Oberfläche werden zuverlässig registriert. Das ergibt stabile und klar zugeordnete Tastensignale. So wird der Druck zwischen zwei Tasten identifiziert, aber nicht als Signal taxiert. Gleiches bei undefinierten Verbiegungen. Durch die Kalibrierung des Eingabesystems mit einer definierten Kraft, können unterschiedlichen Tasten eindeutige Signalmuster zugeordnet werden. Egal aus welchem Material die Eingabefront ist, die Tasten Sensitivität ist damit gleich und kann nach Bedarf verändert werden.